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Wochensprüche

„Es festigt sich Gedankenmacht“

Der Spruch des Seelenkalenders für die fünfundvierzigste Woche im Jahr 2021/ 2022 (6. – 12. Februar 2022) mit Gegenspruch und Spiegelsprüchen

T.‘ Fnfundvierzigste Woche (9. Febr. – 15. Febr. [1913])

45.
Es festigt sich Gedankenmacht
Im Bunde mit der Geistgeburt,
Sie hellt der Sinne dumpfe Reize
Zur vollen Klarheit auf.
Wenn Seelenfülle
Sich mit dem Weltenwerden einen will,
Muss Sinnesoffenbarung
Des Denkens Licht empfangen.

In der Handschrift Rudolf Steiners trug der Spruch den Buchstaben T‘; in der Ausgabe 1925 war dem Spruch der Buchstabe St‘ beigegeben.

H. ACHTE WOCHE (26. MAI – 1. JUNI [1912]).

8.
Es wächst der Sinne Macht
Im Bunde mit der Götter Schaffen,
Sie drückt des Denkens Kraft
Zur Traumes Dumpfheit mir herab.
Wenn göttlich Wesen
Sich meiner Seele einen will,
Muss menschlich Denken
Im Traumessein sich still bescheiden.

Spiegelspruch zu Spruch 45

H.‘ VIERUNDDREISSIGSTE WOCHE (24. NOV. – 30. NOV. [1912])

34.
Geheimnisvoll das Alt-Bewahrte
Mit neu erstandnem Eigensein
Im Innern sich belebend fühlen:
Es soll erweckend Weltenkräfte
In meines Lebens Außenwerk ergießen
Und werdend mich ins Dasein prägen.

Spiegelspruch zu Spruch 19

S. NEUNZEHNTE WOCHE (11. AUGUST – 17. AUGUST [1912]).

19.
Geheimnisvoll das Neu-Empfang’ne
Mit der Erinnrung zu umschließen
Sei meines Strebens weitrer Sinn,
Er soll erstarkend Eigenkräfte
In meinem Innern wecken
Und werdend mich mir selber geben.

Gegenspruch zu Spruch 45

In der Handschrift Rudolf Steiners trug der Spruch den Buchstaben S; in der Ausgabe 1925 war dem Spruch der Buchstabe St beigegeben.


  • In der Handschrift hat Rudolf Steiner jeweils einen Punkt an das Ende der vierten Zeile von Spruch 8 und der vierten Zeile von Spruch 45 gesetzt. Ansonsten weisen die hier zitierten Sprüche in der Handschrift lediglich einen Punkt am Ende der letzten Zeile auf. (Zur Zeichensetzung im Seelenkalender siehe diesen Beitrag.)
  • In der Handschrift 1912/13 endet die dritte Zeile von Spruch 34 mit Punkten, die einen Doppelpunkt darstellen dürften; ganz sicher zu erkennen ist dies im Faksimile-Druck allerdings nicht.
  • In der Handschrift lautet die vierte Zeile von Spruch 19:
Es soll erstarkend Eigenkräfte

Bezugspunkt des „Es“ wäre dann das „Streben“ in der Vorzeile. Dieses „Es soll“ findet sich sowohl in der von Michael Debus herausgegebenen Seelenkalender-Ausgabe als auch in der Ausgabe „Nahrung für die Seele“ (Literaturnachweise siehe hier).

Laut Nachwort „Zur Ausgabe 1972“ der Seelenkalender-Ausgabe Dornach/Schweiz 1994 hat Rudolf Steiner die Zeile 4 aber selbst in der Form abgeändert, wie sie hier wiedergegeben wurde („Er soll“). Da es sich um eine von Rudolf Steiner selbst vorgenommene Abänderung handeln soll, wird diese hier übernommen.

  • Zur Textgestalt des neunzehnten Wochenspruchs siehe außerdem diesen Beitrag.

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