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Wochensprüche

„Es wächst der Sinne Macht“

Der Spruch des Seelenkalenders für die achte Woche im Jahr 2022/ 2023 (5. – 11. Juni 2022) mit Gegenspruch und Spiegelsprüchen

H. Achte Woche (26. Mai – 1. Juni [1912]).

8.
Es wächst der Sinne Macht
Im Bunde mit der Götter Schaffen,
Sie drückt des Denkens Kraft
Zur Traumes Dumpfheit mir herab.
Wenn göttlich Wesen
Sich meiner Seele einen will,
Muss menschlich Denken
Im Traumessein sich still bescheiden.

T.‘ Fünfundvierzigste Woche (9. Febr. – 15. Febr. [1913])

45.
Es festigt sich Gedankenmacht
Im Bunde mit der Geistgeburt,
Sie hellt der Sinne dumpfe Reize
Zur vollen Klarheit auf.
Wenn Seelenfülle
Sich mit dem Weltenwerden einen will,
Muss Sinnesoffenbarung
Des Denkens Licht empfangen.

Spiegelspruch zu Spruch 8

In der Handschrift Rudolf Steiners trug der Spruch den Buchstaben T‘; in der Ausgabe 1925 war dem Spruch der Buchstabe St‘ beigegeben.

S. Neunzehnte Woche (11. August – 17. August [1912]).

19.
Geheimnisvoll das Neu-Empfang’ne
Mit der Erinnrung zu umschließen
Sei meines Strebens weitrer Sinn,
Er soll erstarkend Eigenkräfte
In meinem Innern wecken
Und werdend mich mir selber geben.

Spiegelspruch zu Spruch 34

In der Handschrift Rudolf Steiners trug der Spruch den Buchstaben S; in der Ausgabe 1925 war dem Spruch der Buchstabe St beigegeben.

H.‘ Vierunddreissigste Woche (24. Nov. – 30. Nov. [1912])

34.
Geheimnisvoll das Alt-Bewahrte
Mit neuerstandnem Eigensein
Im Innern sich belebend fühlen:
Es soll erweckend Weltenkräfte
In meines Lebens Außenwerk ergießen
Und werdend mich ins Dasein prägen.

Gegenspruch zu Spruch 8


  • In der Handschrift hat Rudolf Steiner jeweils einen Punkt an das Ende der vierten Zeile von Spruch 8 und der vierten Zeile von Spruch 45 gesetzt. Ansonsten weisen die hier zitierten Sprüche in der Handschrift lediglich einen Punkt am Ende der letzten Zeile auf. (Zur Zeichensetzung im Seelenkalender siehe diesen Beitrag.)
  • In der Handschrift lautet die vierte Zeile von Spruch 19:
Es soll erstarkend Eigenkräfte

Bezugspunkt des „Es“ wäre dann das „Streben“ in der Vorzeile. Dieses „Es soll“ findet sich sowohl in der von Michael Debus herausgegebenen Seelenkalender-Ausgabe als auch in der Ausgabe „Nahrung für die Seele“ (Literaturnachweise siehe hier).

Laut Nachwort „Zur Ausgabe 1972“ der Seelenkalender-Ausgabe Dornach/ Schweiz 1994 hat Rudolf Steiner die Zeile 4 aber selbst in der Form abgeändert, wie sie hier wiedergegeben wurde („Er soll“). Da es sich um eine von Rudolf Steiner selbst vorgenommene Abänderung handeln soll, wird diese hier übernommen.

  • Zur Textgestalt des neunzehnten Wochenspruchs siehe außerdem diesen Beitrag.
  • In der Handschrift 1912/13 endet die dritte Zeile von Spruch 34 mit Punkten, die einen Doppelpunkt darstellen dürften; ganz sicher zu erkennen ist dies im Faksimile-Druck allerdings nicht.

Das Youtube-Video Dieter Hornemanns zum achten Wochenspruch finden Sie, wenn Sie diesem Link folgen:

https://youtu.be/GS6-US7iBbQ

(Aus Datenschutzgründen verzichte ich auf die direkte Einbettung von Youtube-Videos auf dieser Internetseite. Wenn Sie auf den Link klicken, werden Sie auf die Youtube-Seite weitergeleitet.)

2 Antworten auf „„Es wächst der Sinne Macht““

Für welche Ausgabe, in welchem Text soll Rudolf Steiner denn das „Es soll“ in „Er soll“ umgewandelt haben? Und auf welcher Ausgabe beruht die 1972 er Ausgabe, die diese Änderung mitteilt, au der 1912 oder 1925 Ausgabe?

Vielen Dank für Ihre Fragen. Wörtlich heißt es im genannten Nachwort:

Die folgenden sechs Fassungen der Handschrift 1912/13 hat Rudolf Steiner selbst in der Form abgeändert, wie sie in dieser Auflage gedruckt sind

(…)

19. Woche, Zeile 4: Es soll (…)

Weitere Angaben finden sich dort nicht. Es wäre interessant, zu erfahren, ob es sich bei der Aussage um eine Tatsachenbeschreibung oder eine Schlussfolgerung aus anderen Tatsachen handelt. Das Nachwort ist gezeichnet mit den Initialien „E.Fr.“ Vielleicht würde eine Nachfrage beim Rudolf Steiner Verlag Klarheit bringen?!

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