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Wochensprüche

„Ich darf nun mir gehören“

Der Spruch des Seelenkalenders für die fünfundzwanzigste Woche im Jahr 2021/ 2022 (19. – 25. September 2021) mit Gegenspruch und Spiegelsprüchen

Y. Fünfundzwanzigste Woche (22. Sept. – 28. Sept. [1912])

25.
Ich darf nun mir gehören
Und leuchtend breiten Innenlicht
In Raumes und in Zeitenfinsternis.
Zum Schlafe drängt natürlich Wesen,
Der Seele Tiefen sollen wachen
Und wachend tragen Sonnengluten
In kalte Winterfluten.

B‘. Achtundzwanzigste Woche (13. Oct. – 19. Oct. [1912])

28.
Ich kann im Innern neu belebt
Erfühlen eignen Wesens Weiten
Und krafterfüllt Gedankenstrahlen
Aus Seelensonnenmacht
Den Lebensrätseln lösend spenden,
Erfüllung manchem Wunsche leihen,
Dem Hoffnung schon die Schwingen lähmte.

Spiegelspruch zu Spruch 25

B. Zweite Woche (14. – 20. April [1912]).

2.
Ins Äussre des Sinnesalls
Verliert Gedankenmacht ihr Eigensein,
Es finden Geisteswelten
Den Menschensprossen wieder,
Der seinen Keim in ihnen,
Doch seine Seelenfrucht
In sich muss finden.

Spiegelspruch zu Spruch 51

Frühling – Erwartung

51.
Ins Innre des Menschenwesens
Ergiesst der Sinne Reichtum sich,
Es findet sich der Weltengeist
Im Spiegelbild des Menschenauges,
Das seine Kraft aus ihm
Sich neu erschaffen muß.

Gegenspruch zu Spruch 25

In der Handschrift Rudolf Steiners lautet die Überschrift nur „Frühling-Erwartung“, ohne Buchstaben; in der Ausgabe 1925 war dem Spruch der Buchstabe Y‘ beigegeben.


Anmerkungen:

  • Der Punkt am Ende der dritten Zeile von Spruch 25 findet sich auch in der Handschrift 1912/13. Ansonsten weisen die hier zitierten Sprüche in der Handschrift lediglich einen Punkt am Ende der letzten Zeile auf. (Zur Zeichensetzung im Seelenkalender siehe diesen Beitrag.)
  • In der Ausgabe 1925 wurde der Spruch 51 mit dem Buchstaben Y‘ versehen. Demgegenüber steht in der Handschrift vor Spruch 51 kein Buchstabe, sondern lediglich die Überschrift „Frühling – Erwartung“ (dort einfach unterstrichen). (Näheres zu den Überschriften und den Buchstaben siehe diesen Beitrag.)

Zu Spruch 28:

Handschrift des achtundzwanzigsten Wochenspruchs des Seelenkalenders
Anthroposophischer Seelenkalender, Spruch 28, Faksimile der Handschrift Rudolf Steiners
  • In der ersten Zeile von Spruch 28 erscheint das Wort „neubelebt“ in der Handschrift 1912/13 zusammengeschrieben. In den gängigen Ausgaben des Seelenkalenders wird dies stillschweigend zu „neu belebt“ korrigiert. Lediglich die Ausgabe „Nahrung für die Seele“, 2. Auflage, Bad Liebenzell 2020 (zu dieser Ausgabe siehe diesen Beitrag) folgt hier der Handschrift.
  • In der zweiten Zeile von Spruch 28 lautet das erste Wort in der Handschrift 1912/13 „Erfüllen“. In der Ausgabe des Anthroposophischer Seelenkalenders Dornach/Schweiz 1984 wird ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort selber in der Form abgeändert habe, wie es hier wiedergegeben ist.

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